Hallo Wien!

Hui!

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Mir ist dieses Jahr zum ersten Mal aufgefallen, dass es unter Erwachsenen common sense zu sein scheint, Halloween total scheiße zu finden. Kommerzielle Kacke. Aus Amerika. Erfunden, traditionslos und künstlich. Viel zu kommerziell. Einfach grauenhaft und furchtbar. Und tooootal kommerziell, natürlich!

Aha. Das denkt also die Nation, die bereits ab Mitte November als Landebahnbefeuerung für den heiligen Klaus ihre Vorgärten und Fensterbänke unter Strom setzt. Werden hier nicht an jedem zweiten Balkon und Haus rot-weiße Figuren angedübelt, die, seltsam verrenkt, einen braunen Sack zu tragen versuchen?

Und liegt hier nicht in zilliarden Meter Geschenkpapier Verwickeltes pünktlich am 24.12. unter billionen geköpfter Nadelbäume?

Um welche Tradition ging es dabei nochmal? Nein, ich löse das jetzt NICHT auf ;-)

Achtung, Missverständnisgefahr: Ich LIEBE Weihnachten. Und halte mich für einen ganz guten Kürbisschnitzer.

„Ja, aber, bei (für?) St. Martin muss man wenigstens noch singen“, meinte gestern eine Mutter zu mir. Alles klar. Weil ich damals MUSSTE, kneife ich heute noch störrisch die Lippen zusammen, wenn es heißt: „Ich gehe mit meiner Laterne …“

Dass man Halloween AUCH verkleidet mit der Tüte losziehen und Süßigkeiten erpressen kann, haben meine Jungs noch nicht begriffen. Gut so. Erstmal reicht ja auch der Kürbis. Aber Leute, lacht doch einfach mal und lasst den Kindern ihren Spaß. Können ja auch zuckerreduzierte Vollkornkekse sein.

Buh!

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P.S.: Leider mag MamaSan absolut nichts, was man (das bin in diesem Fall ich ;-) kulinarisch aus dem Innenleben der roten Feldfrucht herstellen könnte. Außer vielleicht Kürbiskernbrot. Aber das mit dem Brot und den Kernen ist ein anderes Thema …

faq! – Oft gefragte Fragen (OgF 1)

Noch ist meine neue Heimseite nur links relativ aktuell (also die linke „dumusstdichentscheiden“-Jungenlexikon-Seite). Und selbst diese wird von der Wirklichkeit – wie zum Beispiel dem Gewinnspiel: „Aus, aus, das Spiel ist aus!“ – immer wieder überholt.

Was ich aber auf Pautsch.net unbedingt unterbringen will, ist die Rubrik „oft gestellte Fragen“.
In fremder Zunge auch gern mit „faq“ für „frequently asked questions“ abgekürzt.

Immer wieder bekomme ich E-Mails von Menschen, die z.B. wissen wollen, wie (oder wann) ich auf meine Ideen komme. Schüler fragen das für Referate oder Buchvorstellungen im Unterricht. Auch bei Lesungen wird diese Frage gern gestellt. Sie dürfte die meist gefragte Frage an Autoren sein, schätze ich. Sozusagen ein UltraFuck, äh … Faq ;-)

Frage: Wie kommen Sie eigentlich auf Ihre Ideen?

Antwort: Ich möchte hier ein sehr aktuelles Beispiel für eine Inspiration geben. Wenn also der Autor von der Muse geküsst wird. In diesem Fall passt die Metapher, denn es handelt sich tatsächlich um das Bild von Lippen, die sich treffen:
Der Kuss

Die küssenden Fische – dieses Titelbild eines Aquarienbuchs von Alfred van den Nieuwenhuizen aus dem Jahr 1962 hat mich inspiriert. Ich glaube nicht wirklich, dass sich diese Fische küssen. Eher sind es Männchen, die ihren Revierkampf mit den Lippen austragen, auf dass der Stärkere gewinnt. Dieses Buch – EXOTEN IM AQUARIUM – ist sehr liebevoll gestaltet, mit extra eingeklebten Bildern des begeisterten Aquarianers und begnadeten Fotografen Nieuwenhuizen. Ich habe es seit über zwanzig Jahren und räume gerade meine Bibliothek aus, um Platz zu schaffen … und dann dieses Bild!

Setzte bei mir sofort die Geschichte eines unglücklichen Mannes meines Alters frei. Ein einsamer Aquarianer mit sehr vielen Becken! Vielleicht ist ihm die Frau weggelaufen, weil er sich mehr um die Fische und die Fotographie gekümmert hat, als um den Menschen, den er am meisten liebte.
Vielleicht liebte er seine Frau nicht mehr. Vielleicht ist sie nicht gegangen, sondern gegangen WORDEN …
Vielleicht starrt der einsame Aquarianer in dieses Becken, es mag ein großes, liebevoll gestaltetes Landschaftsaquarium von der Fläche zwei mal ein Meter sein …
Ist es ganz neu?
Ist der Boden darunter aus frischem Beton gegossen? (Natürlich, damit er das Gewicht des neuen Beckens tragen kann!)
Seit wann wird seine Frau vermisst?
Haben die Nachbarn nicht fast eine Woche lang ein regelmäßiges Hacken gehört?
Und die Säcke, die er früh morgens zum Auto getragen hat?
Eine elektrische Säge? Sind Sie sich ganz sicher? Das haben Sie gehört?

Ich sehe diesen Mann, etwas übergewichtig, sehr gepflegt, der seinen bequemen Ledersessel ganz nah an die Panoramascheibe des Aquariums gerückt hat. Ein Glas Rotwein in der Hand, mit dem Abfülldatum der Eheschließung. Nur zehn Jahre später. Der besondere Tropfen, extra aufgehoben zum Hochzeitstag. Er starrt in das Becken. Er sieht zu, wie sich die Fische zu küssen scheinen.
Ein Kommissar taucht auf. Und stellt Fragen. Vielleicht besser eine Kommissarin. Eine Frau.
Und der Mann kann alle Fragen beantworten – während er die Fische beobachtet, wie sie um ihr Revier kämpfen.
Und die Frau sagt: „Sehen Sie, die küssen sich ja!“ Sie ist begeistert. Denn es sieht so zärtlich aus.
Und der Mann sagt „Ja“, lächelt und steht aus seinem Sitz auf. Die Rotweinflasche in seiner Hand …

Die Heldin könnte Hanna Broder, die Kommissarin aus TÖDLICHE STILLE sein.

Der Kuss

So funktioniert das mit der Idee, der Muse und dem ganzen Rest ;-)

Gruß und Kuss – Oliver Pautsch

Rampensau

Ok, ich geb’s zu.
Zweimal den gleichen Gag als Aufwärmer für meine beiden ersten Lesungen von TÖDLICHE STILLE gebraucht zu haben.
Weil es bei der Eisbein-Lesung in der Scheune des Gutshofs von Schloss Benrath funktioniert hatte, habe ich das Eis in der anständig geheizten Hildener Bücherei damit noch mal gebrochen.
Die Kamera gezückt und zu Beginn der Veranstaltung erzählt: „Mein Sohn Luis ist viereinhalb Jahre alt und wir lesen ihm jeden Tag vor. Er glaubt mir nicht, das SO VIELE Leute GELD bezahlen, um von MIR vorgelesen zu bekommen. Mit Ihrem Einverständnis mache ich deshalb jetzt ein Beweisfoto.“
(So oder ähnlich)

Die Reaktion des Publikums in Hilden war ähnlich gelöst und freundlich wie die in Benrath:

Publikum Hilden 2007

Und die Geschichte mit Luis ist ABSOLUT WAHR! Das nur zu meiner Entlastung ;-)

Das wirklich Spektakuläre für mich an dieser NACHT DER BIBLIOTHEKEN in Hilden war die Premiere, mit Daniel Kögel im Duo aufzutreten. Daniel hat als Pianist die von mir gelesenen Episoden um die Kommissarin Hanna Broder am Flügel begleitet. Und was kann einer Geschichte um fiktive Verbrechen an der Klavierbaudynastie Styneberg u. Sons besseres passieren, als von einem erstklassigen Pianisten begleitet zu werden ?-)

Die musikalische Auswahl passte ebenfalls zum Roman: von J.S. Bach über Police, Queen und die Joe Cocker Version von „With a Little Help from My Friends“ … alles coole Nummern!

Die komplette Liste: (und das darf SEHR gern als Werbung für weitere Auftritte des Dynamic Duo gelten ;-)

1) „Invitation“ – (Intro)
2) „Blue Train“
3) „How Insensitive“ – A.C. Jobim
4) „With a Little Help from my Friends“ – Beatles, Cocker’s Version
5) „Who Wants to Live Forever“ – Queen
6) „Präludium C-Dur, Wohltemperiertes Klavier“ – Johann S. Bach
7) „Don‘ t Stand So Close to Me“ – The Police
8) „Invitation“ – (Outro) … äh (Extro ?-)

Nach der Lesung hat Daniel weiter gespielt, während ich Bücher signiert habe. Wir waren eine würdige Vorgruppe für die offizielle Harry Potter #7 Enthüllung, finde ich.

JAKOBS BRUDER

Jakobs Bruder heißt Luis und ist vier(einhalb!) Jahre alt. „Cool“, sagt er. Dauernd. Und „geil“ und „Alter“ – nein, mich nennt er nicht „Alter“, denn das gäbe ECHTEN Ärger !-)

MamaSan und ich lesen Luis täglich vor und quasseln ihn voll, seit er auf der Welt ist. Ohne Flüche, ehrlich! Ich hab’s mir WIRKLICH (fast) abgewöhnt!

Jakob ist nun seit 12 Wochen auf der Welt. „Örööh“, sagt er manchmal und grinst. Oder sieht das nur so aus? Nein, er GRINST! Aber meistens liegt was quer: Furz, Hunger, MamSan weg, Langeweile – irgendwas ist immer. Wenn er schläft, ist er allerdings super. Lieb.
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Nächstes Jahr, also 2008 erscheint ein Film mit dem Titel JAKOBS BRUDER. Erst im Kino, dann beim NDR. Wann, werde ich berichten. Und das Tolle ist: Das Drehbuch habe ich zusammen mit dem Regisseur und Autor Daniel Walta geschrieben. Vor Jahren, als der echte Jakob noch ganz woanders war. Und Luis noch nicht „cool“ sagen konnte.

Was ich damit sagen will? Ach so, ja: Der Filmtrailer ist online, und zwar hier: www.jakobsbruder.de

Premiere hat der Film in Lünen auf dem Filmfest 2007 – am 17. November um 18:30 Uhr. JAKOBS BRUDER läuft im Wettbewerb um den Pulikumspreis. Filmmusik und Titel sind ebenfalls nominiert. Ihr müsst bitte alle kommen und diese kleinen Karten ausfüllen, Publikum, ja? Danke!
Die Programmübersicht des Filmfests und seiner Veranstaltungen kann hier als pdf.Datei heruntergeladen werden: KLICK

Wir laufen gegen eine große und sehr gute Konkurrenz. Ich muss zugeben, dass mir der Trailer von LEROY das Wasser in die Augen getrieben hat. Das ist ein ECHT cooler Film! Großartige Grenzüberschreitung. Meine Söhne sollen genau sowas (später) sehen!

Jedenfalls: Luis weiß noch nichts von seinem Glück, ein Titelheld zu sein. Jakob interessiert nichts weniger als das Filmgeschäft. Aber Papa freut sich …

„Ey, cool, Alter … “

„Luigi, wenn du noch ein EINZIGES mal … !“

„Öröhh!“

ABBLENDE

method reading

Wenn es um eiskaltes Wasser, blau gefrorene Opfer und ständig frierende Ermittler geht, liest man normalerweise Kriminalromane von Henning Mankell oder von einem seiner anderen nordischen Kollegen. Im muckelig warmen Bett.

Am Montag, den 22. Oktober haben sich über sechzig mutige (und fröhliche!) Survival-Zuhörer in einer Scheune eingefunden, um einer Premiere im doppelten Sinn beizuwohnen:

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1) Pautsch liest aus TÖDLICHE STILLE

in

2) der historischen Scheune des Gutshofs von Schloss Benrath. Düsseldorf

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Nicht nur ein neues Buch, auch der Veranstaltungsort war jungfräulich. Hinter mir säuberlich geschichtet Brennholz (für die Schlosskamine?). Neben mir geparkt stand sogar eine originale Postkutsche. Die Stadt Düsseldorf hat sie dort eingemottet, weil ein Platz im Museum fehlt.

Was an der Veranstaltung „method reading“ gewesen sein soll? Nun ja, während meine Heldin Hanna Broder in eiskaltem Itterwasser zu ertrinken drohte, froren die Zuhörer und ich uns in der Scheune die Hintern ab. Mein Unterkiefer wurde taub. Die letzten Seiten nach sechzig Minuten konnte ich kaum noch umblättern. Rote Nasen allerorten. Aber irgendwie waren wir fröhliche Frierer …
Und Ihr ein sehr tapferes Publikum, ehrlich! Das muss ich noch einmal wiederholen. Die ganz harten Survivalisten ließen sich von mir sogar noch mit blauer Hand etwas in die Bücher krickeln, bevor sie aus der Scheune zitterten. Von irgendwoher war eine Stimme zu hören: „Ich lass‘ mich morgen krankschreiben!“

Danke! Diese Premiere macht mir Mut, aus TÖDLICHE STILLE in beheizten Räumen vorzulesen. Für Warmduscher und Weicheier – herzlich willkommen ;-)

Am Freitag bin ich zusammen mit dem Pianisten Daniel Kögel anlässlich der NACHT DER BIBLIOTHEKEN in der Hildener Stadtbücherei sozusagen die Vorgruppe zum Großen-Harry-Potter-VII-Start.
Das passt, weil Bekannte, Nachbarn und Freunde immer gern empfehlen: „Schreib doch mal sowas wie diese Harry Potter Romane! Das wär‘ doch was!“

Ja, das wäre wirklich was … (seufz)

TÖDLICHE STILLE – Kriminalroman

ENDLICH!

Ist das Buch erschienen! Das Titelbild bei Amazon.de ist Geschichte, der Emons Verlag hat kurz vor Erscheinen noch ein anderes (und wie ich finde: besseres!) Cover entwickelt.

Erste Reaktionen der Presse auf den Roman aus der Region gibt es auch bereits: Radio Neandertal hat ein Mini-Interview gesendet.

Und die Rheinische Post Solingen hat sich positiv über das Buch geäußert, finde ich: hier die Rezension

oder hier: RP Solingen 07.10.05 TOEDLICHE STILLE.pdf

Ein Artikel der NRZ ist leider nicht mehr online zu finden. Wenn ich den Scan habe, lege ich nach …

Cover