„Warum siehst du so müde aus?“

6. Juli 2008

… hat mich neulich ein Freund gefragt.
Dass ich vor 15:00 Uhr IMMER müde aussehe, ist ihm bekannt. Dafür kennen wir uns gut genug. Doch es war später Nachmittag und ich hing tatsächlich wieder platt und schlaff in den Seilen. Seine Frage gab mir zu denken, denn in letzter Zeit bin ich fast ständig geschafft und müde. Trotz der zwei Wochen Urlaub in Spanien (in denen ich tags und nachts ein Roman-Manuskript fertig geschrieben habe).

Deshalb habe ich mal Bilanz gezogen: Seit dem Jahr 2004 haben zwei Söhne, zwei Filme, fünf Romane und ein Sachbuch das Licht Welt erblickt. Das beinhaltet noch nicht einmal das neue, noch nicht erschienene Buch. Oder die Vorarbeit und Recherche für Löwenzahn-Folgen, neue Sach- und Drehbücher und den nächsten Roman.
Außerdem (oder trotzdem ?-) funktioniert meine Ehe noch.
Und der Große kriegt jeden Abend was auf die Ohren (vorgelesen natürlich ;-)

Ach, deshalb!

Mich hat letztens bei einer Lesung, (stimmt, Lesungen gibt es in meinem Leben ja auch erst seit 2004) eine Zuhörerin gefragt, ob ich Hobbies habe. Und welche. (Betonung auf Mehrzahl!)
Ha! Hahahaaa …

Aber – um den Ball flach zu halten: Georges Simenon hat laut Wikipedia „rund 400 Romane“ veröffentlich. Er starb mit 86 Jahren. Kai Meyer ist vier Jahre jünger als ich und hat bereits 40 Romane auf dem Markt. Drehbücher und Hörspiele nicht mitgezählt.
Es bleibt also alles relativ.
Ich schlafe vielleicht einfach mal wieder aus. Dann bin ich bald wieder relativ fit.

Hasta luego, Olé

Advertisements

OgF 2 – Oft gefragte Fragen

8. Januar 2008

Ich versuche alle Emails persönlich zu beantworten. Doch gerade zu Stoßzeiten nach der Veröffentlichung und nach Feiertagen wird das schwierig.
Meinen Roman TÖDLICHE STILLE betrifft gerade beides. Gut für mich! Das Buch wurde anscheinend ein paar Mal zu Weihnachten verschenkt.
Ich bedanke mich stellvertretend ;-)
Aber nun zu den häufigsten Fragen:

Frage: Wann kommt Hanna Broder aus TÖDLICHE STILLE wieder?
Antwort: Meine Labyrinthe-Krimis für Jugendliche spielen im gleichen Umfeld wie die als “Itter-Krimi” 2007 begonnene Reihe um die Kommissarin Hanna Broder. Nämlich in Hilden und Umgebung. Deshalb habe ich mich entschieden, Polizeiobermeister Kürten, seine Kollegin und Ehefrau Stefanie Schäfer aus der “Polizeiinspektion Mitte” in Hilden mit Hanna Broder in beiden Buchreihen zusammenzuführen.
Daher tritt Hanna in Funktion der Kommissarin schon im nächsten Labyrinthe-Krimi als Ermittlerin auf. Das Manuskript ist gerade in erster Fassung fertig geschrieben.
Erscheinungsdatum ist Herbst 2008.

Frage: Schreiben Sie nur Kinderkrimis?
Antwort: Das ist eine häufige Frage. Bei der mich das ‘nur’ stört. Ich schreibe Kriminalromane für Jugendliche ab 12 Jahren. Sachbücher für Jugendliche. Romane für Erwachsene. Drehbücher für verschiedene Formate. Ich würde “nur” für Kinder schreiben, wenn ich davon leben könnte. Jedes Mal, wenn ich meinem Sohn (Luis ist, O-Ton: ”halb fünf”) vorlese, begreife ich, wie unglaublich wichtig Bücher für Kinder sind. Wenn ich es mir also aussuchen könnte, würde ich Bücher für Kinder schreiben und ihnen täglich daraus vorlesen!

Frage: Was unterscheidet denn eigentlich die Labyrinthe-Krimis von Ihrem ersten Itter-Krimi?
Antwort: Die bei Thienemann erscheinenden Kriminalromane für Jugendliche werden aus der Perspektive und dem Leben der jugendlichen Protagonisten (Hauptfiguren) erzählt. Was diese Geschichten für Erwachsene natürlich nicht uninteressant macht. Im Gegenteil: Gerade Eltern zählen zu den „heimlichen Lesern“, die sich ab und zu auch mal in den Rezensionen bei Amazon äußern …

OgF wird fortgeführt (wenn Ihr mir fleißig weitere Fragen mailt ;-)

Beste Grüße – Oliver Pautsch


faq! – Oft gefragte Fragen (OgF 1)

31. Oktober 2007

Noch ist meine neue Heimseite nur links relativ aktuell (also die linke „dumusstdichentscheiden“-Jungenlexikon-Seite). Und selbst diese wird von der Wirklichkeit – wie zum Beispiel dem Gewinnspiel: „Aus, aus, das Spiel ist aus!“ – immer wieder überholt.

Was ich aber auf Pautsch.net unbedingt unterbringen will, ist die Rubrik „oft gestellte Fragen“.
In fremder Zunge auch gern mit „faq“ für „frequently asked questions“ abgekürzt.

Immer wieder bekomme ich E-Mails von Menschen, die z.B. wissen wollen, wie (oder wann) ich auf meine Ideen komme. Schüler fragen das für Referate oder Buchvorstellungen im Unterricht. Auch bei Lesungen wird diese Frage gern gestellt. Sie dürfte die meist gefragte Frage an Autoren sein, schätze ich. Sozusagen ein UltraFuck, äh … Faq ;-)

Frage: Wie kommen Sie eigentlich auf Ihre Ideen?

Antwort: Ich möchte hier ein sehr aktuelles Beispiel für eine Inspiration geben. Wenn also der Autor von der Muse geküsst wird. In diesem Fall passt die Metapher, denn es handelt sich tatsächlich um das Bild von Lippen, die sich treffen:
Der Kuss

Die küssenden Fische – dieses Titelbild eines Aquarienbuchs von Alfred van den Nieuwenhuizen aus dem Jahr 1962 hat mich inspiriert. Ich glaube nicht wirklich, dass sich diese Fische küssen. Eher sind es Männchen, die ihren Revierkampf mit den Lippen austragen, auf dass der Stärkere gewinnt. Dieses Buch – EXOTEN IM AQUARIUM – ist sehr liebevoll gestaltet, mit extra eingeklebten Bildern des begeisterten Aquarianers und begnadeten Fotografen Nieuwenhuizen. Ich habe es seit über zwanzig Jahren und räume gerade meine Bibliothek aus, um Platz zu schaffen … und dann dieses Bild!

Setzte bei mir sofort die Geschichte eines unglücklichen Mannes meines Alters frei. Ein einsamer Aquarianer mit sehr vielen Becken! Vielleicht ist ihm die Frau weggelaufen, weil er sich mehr um die Fische und die Fotographie gekümmert hat, als um den Menschen, den er am meisten liebte.
Vielleicht liebte er seine Frau nicht mehr. Vielleicht ist sie nicht gegangen, sondern gegangen WORDEN …
Vielleicht starrt der einsame Aquarianer in dieses Becken, es mag ein großes, liebevoll gestaltetes Landschaftsaquarium von der Fläche zwei mal ein Meter sein …
Ist es ganz neu?
Ist der Boden darunter aus frischem Beton gegossen? (Natürlich, damit er das Gewicht des neuen Beckens tragen kann!)
Seit wann wird seine Frau vermisst?
Haben die Nachbarn nicht fast eine Woche lang ein regelmäßiges Hacken gehört?
Und die Säcke, die er früh morgens zum Auto getragen hat?
Eine elektrische Säge? Sind Sie sich ganz sicher? Das haben Sie gehört?

Ich sehe diesen Mann, etwas übergewichtig, sehr gepflegt, der seinen bequemen Ledersessel ganz nah an die Panoramascheibe des Aquariums gerückt hat. Ein Glas Rotwein in der Hand, mit dem Abfülldatum der Eheschließung. Nur zehn Jahre später. Der besondere Tropfen, extra aufgehoben zum Hochzeitstag. Er starrt in das Becken. Er sieht zu, wie sich die Fische zu küssen scheinen.
Ein Kommissar taucht auf. Und stellt Fragen. Vielleicht besser eine Kommissarin. Eine Frau.
Und der Mann kann alle Fragen beantworten – während er die Fische beobachtet, wie sie um ihr Revier kämpfen.
Und die Frau sagt: „Sehen Sie, die küssen sich ja!“ Sie ist begeistert. Denn es sieht so zärtlich aus.
Und der Mann sagt „Ja“, lächelt und steht aus seinem Sitz auf. Die Rotweinflasche in seiner Hand …

Die Heldin könnte Hanna Broder, die Kommissarin aus TÖDLICHE STILLE sein.

Der Kuss

So funktioniert das mit der Idee, der Muse und dem ganzen Rest ;-)

Gruß und Kuss – Oliver Pautsch


%d Bloggern gefällt das: