Täglich Brot

Darf ich kurz angeben, Freunde?

Bin eben nach einer Lesewoche in Südtirol wieder hier im Rheinland aufgeschlagen. Über 821 Kilometer Rückfahrt mit einem betagten Opel Zafira. Eine tolle Lesewoche mit zwölf Veranstaltungen für etwa 600 Schülerinnen und Schüler von 8 bis 13 Jahren und insgesamt sicher 2.000 zurückgelegten Kilometern.

Wir waren im Vinschgau, in Meran, Bozen, Brixen. St. Leonard und garantiert habe ich zu viele ausgelassen, sorry. Aber es waren eben so VIELE! Es waren tolle Begegnungen, viele tolle Fragen und daher sehr gute Gespräche.

Auch mit den anderen Kollegen, bei denen man die mir von Schülern gestellte Frage „Bist du berühmt?“ – (Wer ich? Nää!) – eindeutig mit „Ja“ beantworten kann. Ich nenne nur drei Künstler , die ich persönlich neu und näher kennenlernen durfte:

Regina Schwarz

Reinhard Michl

Michael Stavaric

Was mich bei den jungen und alten Hasen immer wieder berührt und inspiriert, ist ihre Kunst. Ihre Passion und das Durchhaltevermögen. Sich jeden Tag der Herausforderung zu stellen, Kindern und Jugendlichen vorzuführen, was das Machen von Büchern bedeutet. Und: Wie toll es sein kann, sich von Büchern forttragen zu lassen, indem man einfach nur eine Seite betrachtet und dann umblättert.

Für Verlage und natürlich auch uns ist es ein Geschäft und soll(te) natürlich auch täglich Brot sein. Aber mal ganz abgesehen von der Kohle: Die vielen Begegnungen auf Lesereisen sind Bewährungsproben unserer Arbeit, Inspiration zugleich.

Am Schreibtisch, ganz allein mit uns und der Geschichte, oder im Gespräch mit Lektoren, haben wir nicht das, worum es geht. Vorher ist es nur Herstellung und Handwerk. Doch wenn du während einer Lesung SIEHST, im Gesicht des Zuhörers, was du in seiner oder ihrer Gehirnchemie auslöst (oder anrichtest ;-) bekommst du die Quittung dessen, was dich und deine Komplizen lange Zeit zuvor beschäftigt hat.

Es ist ein dermaßen komplizierter und interessanter Prozess, immer wieder faszinierend. Der NIEMALS langweilig wird. Auch nach tausenden von Veranstaltungen nicht. (Die Tausend habe ich noch nicht voll. Oder? Bin zu müde, um das jetzt auszurechnen. Egal. Ihr wisst, was ich meine.)

Was habe ich gelernt?

– Selbst im abgelegenen Bergdorf spielen Kinder die gleichen Computerspiele, wie die zwei Jungs unserer Brut. Bei „Minecraft“ und „Starbound“ leuchteten viele erkennende Augen auf. Begeistert!

– „Star Wars“ ist eine … ein … Phänomen. Mir fehlen dafür die richtigen Worte. Es geht weniger um den Merchandise-Wahnsinn. Mehr um die Dimension generationenübergreifende Begeisterung. Denn ICH bin damit aufgewachsen, Leute – und werde dieses Jahr Fünfzig! (Menno!) So steht also ein alter Fan vor neuen Fans!

– Südtiroler Eltern könnten mehr VORlesen. Bei meinen (nicht repräsentativen) Umfragen, stellte sich heraus, dass ganze Schulklassen bei der Frage „Wird oder wurde euch früher…) mit „Nein“ votierten. Vor mir saßen aber trotzdem überdurchschnittlichge viele LeserInnen. Hmm. Verwirrend.

– Rheinländer reden zu schnell. Und quasseln vielleicht auch zuviel. Zumindest ich. Also ab und zu den Gang raus und für zweisprachige Berg- und Talvölker die Taktzahl reduzieren. Wir wollen ja nicht schnell fertig werden. Müssen ja auch nicht ALLES unterbringen. Sondern uns auch mal zurücklehnen und langsam genießen. Slowread sozusagen.

Das war’s eigentlich. Erstmal. Sacken lassen.

Hier steht noch die offene Reisetasche. Alle Mitbringsel rausgerissen. Die neuen Tricks auf dem Trampolin angesehen. Vorgelesen auch. Zweimal privat. Einen Cheat für das neue Computerspiel „Dragons hassenichtgesehen“ sollte ich noch installieren. Musste aber wegen fieser Abofallen leider abgebrochen werden.

Das ganze andere Zeug ist ist noch im Auto. Duschen wäre eine gute Idee und … ach ja, Essen!

Bevor meine Frau die Segel eben strich, wechselten wir noch drei Sätze. Richtig gesprochen wird morgen.

Sie: „Sag mal, hast du eigentlich keine Fotos von der Lesereise gemacht? Du hast ja nichts geschickt. Nur das Bild der Eidechse für Luis. Wo sind die Berge? Die Täler, wie war das Hotel?“

Er: „Äh … Du machst mir sonst immer die Hölle heiß, wenn ich dir was vorschwärme von den Reisen. Weil du nie mitkommen kannst. Deshalb keine Panoramen oder Tellerbilder!“ (Von z.B. Lammnüsschen oder der grandiosen Fischsuppe, hehe – das habe ich aber natürlich nicht gesagt)

Wenn die Kinder größer sind und meine Lehrerin nicht gerade selbst in der Schule unterrichten muss, nehme ich sie mit. Auf Händen getragen. Das ist ein fester Vorsatz.

Denn: Es war (anstrengend und) klasse. Und lecker.

Es bleibt letztlich: „Arbeiten, wo andere Urlaub machen!“

Großartig.

Ah. Da war ja noch was. Mein einziges Foto. Die Eidechse in Bruneck:

Eidechse

Gute Nacht. Buona notte! Olé

P.S.: Dies ist ein NICHT professionell lektorierter oder redigierter Text. Lediglich die aktuelle Momentausgabe. Bei Fehlern und möglichen Nebenwirkungen kontatieren Sie bitte den nächstgelegenen Kontaktbereichssprachbeauftragten. Danke für Ihre Geduld !-)

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